(1928-2015; schrieb auch als Ellery Queen und Mark West)

Geboren und aufgewachsen auf einer Farm in Sheridan, Missouri, als Sohn eines Lehrerehepaars, verliess Charles Runyon mit sechzehn das Elternhaus, um auf einer texanischen Ranch Hand anzulegen. Nach seiner Militärzeit, die er in Korea, Deutschland und den USA verbrachte, studierte er von 1948 bis 1955 Journalismus in Missouri, München und Indiana. Anschliessend war er fünf Jahre als Redakteur für die Ölgesellschaften ‚Sinclair Pipeline‘ und ‚Standard Oil‘ in New York City tätig, unterbrochen durch einen längeren Aufenthalt in der Karibik mit seiner zweiten Frau Ruth, einer Krankenschwester.

Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten (in die Ortschaft Farmington, Montana) widmete sich Runyon hauptberuflich dem Verfassen von Prosa. Er schrieb Kurzgeschichten, Essays, Sciencefiction, Softpornos und zeitkritische Noir-Romane und bereiste nebenbei die Welt, um sich für seine Bücher inspirieren zu lassen. 1980 beendete er seine schriftstellerische Laufbahn. Er ging an die University of Missouri in Columbia, wo er einen master’s degree in Kreativem Schreiben erwarb. Anfang der 90er-Jahre zog er von Farmington nach Albuquerque, New Mexico, dann nach Austin, Texas. Dort schloss er sich als Freiwilliger dem Friedenskorps an. Um die Jahrtausendwende, mit bereits über siebzig, liess er sich als Englischlehrer in Lampasas, Texas, nieder. Runyon starb einen Tag vor seinem 87. Geburtstag (und zwei Jahre nach Ruth) in Cedar Park, Texas. Er hinterliess drei Söhne – Charles aus der früh geschiedenen Ehe mit Juanita, Mark und Matthew aus der Ehe mit Ruth.

‚Mord nach allen Regeln der Kunst‘ ist Runyons bester Krimi. Er spielt in dem beschaulichen Städtchen Sherman, Missouri, wo die attraktive, mit dem hoch angesehenen Bauunternehmer Lou Bayrd verheiratete Velda einen kleinen Laden betreibt. Die Ruhe hat jedoch ein Ende, als Carl Friedland mit seiner Frau Gabrielle nach Sherman zurückkehrt, um zu beweisen, dass sein Bruder vor fünfzehn Jahren zu Unrecht wegen Mordes an Veldas Schwester verurteilt wurde. Carl hat nämlich in Erfahrung gebracht, dass sich in Sherman zahlreiche mysteriöse, jeweils als Suizid oder Unfall deklarierte Todesfälle zugetragen haben, und ist davon überzeugt, dass hier seit vielen Jahren ein Serienmörder am Werk ist, der auch Veldas Schwester auf dem Gewissen hat. Unterstützt durch Velda, die sich in ihn verliebt, schmiedet Carl einen raffinierten Plan, um dem Killer endlich das Handwerk zu legen.

‚Johnny, hol das Geld zurück‘ ist die atemlose Geschichte des 22-jährigen Überlebenskünstlers Johnny Quill, der auf der Strasse gross wurde und im zarten Alter von sechzehn als Killer bei einer Unterweltorganisation begann. Sein aktueller Auftrag scheint besonders einfach zu sein: Howard Bartlett alias Tony Pirello aufsuchen, der das Syndikat um einen Haufen Geld erleichterte und danach als Hotelier in der Karibik untertauchte, ihn umbringen und die Knete in die Staaten zurückbringen. Doch dann trifft Johnny auf Howards heissblütige Gattin Norma, der Job geht schief – und der Hitman wird nun selbst zum Gejagten. Sein Widersacher aber ist der fette Riese Fabius Cantrell, der ihm einst das Handwerk des Tötens beigebracht hat.

Bibliografie:

‚The Anatomy of Violence‘ (1960), ‚The Death Cycle‘ (1963), ‚Color Him Dead‘ (auch unter dem Titel ‚The Incarnate‘, 1963), ‚The Prettiest Girl I Ever Killed‘ – ‚Mord nach allen Regeln der Kunst‘ (auch unter dem Titel ‚Tote Mädchen lieben nicht‘, 1965), ‚Bloody Jungle‘ (1966), ‚The Black Moth‘ – ‚Die schwarze Motte‘ (1967), ‚No Place to Hide‘ – ‚Ein schöner Platz zum Sterben‘ (1970), ‚Power Kill‘ (1972), ‚To Kill a Dead Man‘ – ‚Johnny, hol das Geld zurück‘ (1976), ‚Kiss the Girls and Make Them Die‘ (1977).
Als Ellery Queen: ‚The Last Score‘ (1964), ‚The Killer Touch‘ (1965), ‚Kiss and Kill‘ (1969).

Als Mark West: ‚Office Affair‘ (1961), ‚His Boss‘ Wife‘ (1962), ‚Object of Lust‘ (1962).