(Pseudonym für Daniel Mainwaring, 1902-1977)

Daniel Mainwaring wurde im kalifornischen Oakland geboren und wuchs auf einer Farm in der Sierra Nevada auf. Nach dem Studium am Fresno State Teachers College arbeitete er kurze Zeit als Lehrer. Später hielt er sich als Obstpflücker, Vertreter, Privatdetektiv und Reporter (‚San Francisco Chronicle‘ und ‚Los Angeles Examiner‘) über Wasser, bis er in den 30er-Jahren zum Schreiben kam. Ab Mitte der 30er-Jahre arbeitete er zudem als Publicity-Mann für die Filmstudios von Warner, Paramount, RKO und Columbia in Hollywood. Nachdem er zwischen 1933 und 1946 dreizehn Krimis veröffentlicht hatte (den ersten unter seinem bürgerlichen Namen, die restlichen unter dem Pseudonym Geoffrey Homes), begann er eine erfolgreiche Laufbahn als Drehbuchautor (‚Out of the Past‘, ‚Invasion of the Body Snatchers‘, ‚The Lawless‘ und viele andere Scripts), wobei er oft mit seinem Kumpel Don Siegel zusammenarbeitete. In den 50er-Jahren kam er auf Senator McCarthys Schwarze Liste. Er starb 74-jährig in Los Angeles.

Homes‘ erste Krimiserie dreht sich um Robin Bishop, einen scharfsinnigen Mann Ende zwanzig. Er arbeitet für die Agentur Oscar Morgan („Morgan Missing Persons Bureau“) in Los Angeles, die verschwundene bzw. vermisste Personen aufspürt. Nach der Heirat mit der schönen, warmherzigen Mary lässt er sich in einem kalifornischen Küstenstädtchen nieder und wird Reporter beim Lokalblatt. Nebenbei unterstützt er die örtliche Polizei beim Auflösen von Mordfällen.

Im letzten Band der Robin Bishop-Serie hat Humphrey Campbell, ein hühnenhafter, stämmiger („kein Fett, nur Muskeln“), ungemein kaltblütiger Mann um die dreissig, der äusserlich nach Homes‘ langjährigem Freund Humphrey Bogart gestaltet ist, seinen ersten von fünf Auftritten als Bishops Nachfolger bei dem faulen und versoffenen, jedoch äusserst geschäftstüchtigen Fettsack Oscar Morgan, der seine Basis im Fortgang der Reihe in die (fiktive) kalifornische Kleinstadt Joaquin verlegt und sich dort später zum stellvertretenden Polizeichef emporschwingt. Campbell hat eine Vergangenheit als Schnapsschmuggler auf Kuba während der Prohibition und als Journalist, trägt einen .38er im Schulterhalfter, entspannt sich beim Akkordeonspiel und schluckt (als bekehrter Trinker) Milch statt Alkohol; und er ist ein sehr begabter Ermittler. Im letzten (und gefälligsten), in der Zeit des Zweiten Weltkriegs spielenden Band ‚Schrott‘ wird der Detektiv zum Militärdienst eingezogen – es bleiben ihm genau fünf Tage, um die Haut eines höchst wahrscheinlich zu Unrecht des Mordes an einem Schrotthändler bezichtigten Mannes zu retten. Humphrey Campbell, der dem Leser im Fortgang der Serie immer stärker ans Herz wächst, wird spitalreif zusammengeschlagen, doch er lässt sich fast nichts anmerken, löst den verzwickten Fall in brillanter Manier – und findet am Ende verdientes Liebesglück.

Homes‘ dritte (in zwei Romanen zum Zuge kommende) Figur ist der mexikanisch-indianische Sonderermittler Jose Manuel Madero, ein klein gewachsener, stets adrett gekleideter, sehr intelligenter, das Rampenlicht scheuender Familienvater mit einem ungewöhnlichen Hobby: Er strickt.

Homes‘ bester Roman ist der erfolgreich verfilmte Standalone ‚Goldenes Gift‘ (‚Out of the Past‘ mit Robert Mitchum in der Hauptrolle gilt als Meilenstein des Noir-Films, Homes lieferte das Drehbuch dazu). Die düstere und hoffnungslose Geschichte kreist um Red Bailey (im Film: Jeff Bailey), der früher in New York City als Privatdetektiv arbeitete und dabei auf die schiefe Bahn geriet. Jetzt führt er ein geruhsames Leben als Tankstellenbesitzer in einer Kleinstadt und liebt die mutige, zwanzig Jahre jüngere Schönheit Ann, bis er von seiner Vergangenheit – verkörpert durch die skrupellose Femme fatale Mumsie McConigle (im Film: Kathie Moffat), der er einst verfallen war, für die er getötet hatte – eingeholt wird.

Bibliografie:

Als Daniel Mainwaring: ‚One Against the Earth‘ (1933).

Als Geoffrey Homes:

Robin Bishop-Serie: ‚The Doctor Died at Dust‘ – ‚Der Doktor starb zur Dämmerstunde‘ (1936), ‚The Man Who Murdered Himself‘ – ‚Der Selbstmord-Mann‘ (1936), ‚The Man Who Didn’t Exist‘ – ‚Der Mann, den es nicht gab‘ (1937), ‚The Man Who Murdered Goliath‘ – ‚Ein Mörder für Goliath‘ (1938), ‚Then There Were Three‘ – ‚Aller bösen Dinge sind drei‘ (1938);

Humphrey Campbell-Serie: ‚Then There Were Three‘ – ‚Aller böser Dinge sind drei‘ (1938), ‚No Hands on the Clock‘ – ‚Dem Glücklichen schlägt auch die Stunde‘ (1939), ‚Finders Keepers‘ – ‚Ein blutiges Erbteil‘ (1940), ‚Forty Whacks‘ (auch unter dem Titel ‚Stiffs Don’t Vote) – ‚Der Tod der Schwiegermutter‘ (1941), ‚The Six Silver Handles‘ (auch unter dem Titel ‚The Case of the Unhappy Angels‘) – ‚Schrott‘ (1944);

Jose Manuel Madero-Romane: ‚The Street of the Crying Woman‘ (auch unter den Titeln ‚Seven Died‘ und ‚The Case of the Mexican Knife‘) – ‚Mariachimelodie‘ (1942), ‚The Hill of the Terrified Monk‘ (auch unter dem Titel ‚Dead as a Dummy‘) – ‚Der Mönchshügel‘ (1943);

Einzelwerk: ‚Build My Gallows High‘ – ‚Goldenes Gift‘ (1946).