(Pseudonym für Ronald Douglas Sanderson, 1920-2002; schrieb auch als Martin Brett)

Geboren in Beltinge, Grafschaft Kent, diente Douglas Sanderson im Zweiten Weltkrieg bei der Handelsmarine und der Royal Air Force, für die er auch wissenschaftliche Artikel verfasste. 1947 wanderte er nach Montréal aus, fünf Jahre später wurde er kanadischer Staatsbürger. In seiner neuen Heimat schlug er sich zunächst als Kellner, Angestellter in einem Juweliergeschäft, Nachtclubsänger und Radiomoderator durch, bis er 1952 zum Krimischreiben kam. Im Jahr 1955 übersiedelte er in die spanische Stadt Alicante, wo er knapp fünfzig Jahre später mit 82 starb. Er hinterliess einen Sohn namens John, der in Alicante als Universitätsdozent und Autor arbeitet.

Unter den Pseudonymen Malcolm Douglas und Martin Brett sowie unter eigenem Namen verfasste Sanderson bis 1975 einundzwanzig Spannungsromane, von denen fünfzehn in der prestigeträchtigen ‚Série noire‘ bei Gallimard herauskamen; unter ihnen der in den 50er-Jahren spielende Vierteiler um Mike Garfin (alias Bill Yates), sein bedeutendster Beitrag zur Kriminalliteratur.

Mike Garfin, ein jung verwaister Bursche irisch-französicher Abstammung, wuchs bei Nonnen auf und arbeitete danach bei der Royal Canadian Mounted Police, den „Mounties“, bis er aus disziplinarischen Gründen rausgeschmissen wurde und sich daraufhin als hart gesottener, fliessend französisch und englisch sprechender, in einem gepflegten Jaguar herumkurvender, mit dem beherzten Callgirl Tess liierter Privatdetektiv zuerst in Toronto, zwei Jahre später in Montréal niederliess. (‚The Deadly Dames‘, der dritte Teil der Reihe, erschien in einem anderen Verlag, und Mike Garfin hiess hier Bill Yates.)

‚Heisser Schnee‘, der erste (und einzige auf Deutsch vorliegende) Mike Garfin-Titel, kreist um Drogenhandel im französischsprachigen Teil Kanadas mit dem Québec-Syndikat als treibende Kraft. Im Auftrag der kultivierten Schönheit Vivian Remington soll Garfin deren 19-jährigen Sohn aus erster Ehe, Gerald Astley, aufspüren, der vermutlich in eine üble Sache verwickelt ist. Doch Vivians restliche Familienmitglieder – die nymphomane Tochter Geraldine (Geralds Schwester), der jetzige Gatte Colin Remington, ein angesehener Börsenmakler, Importeur, Kunstsammler und Philantrop, und dessen intrigante Tochter Marian – haben es faustdick hinter den Ohren, machen dem Detektiv das Leben schwer. Als Garfin wenig später vor der Leiche seines ermordeten Mountie-Freundes Tom Littlejohn steht, weiss er, dass seine Tage gezählt sind, denn Tom musste sterben, weil man ihn mit Garfin verwechselt hatte.

Robert Race, Ich-Erzähler des nachtschwarzen Einzelwerks ‚Ruh in Frieden, lieber Schatz‘, ein junger, sozial eingestellter, glücklich verheirateter Anwalt, hat vor mehreren Jahren einen Zeugen zu einem Meineid verleitet, um seinen Klienten frei zu bekommen, und muss jetzt für dieses Vergehen bitter büssen: Er gerät in die Fänge gewissenloser Gangster, die ihn erpressen, und seine heiss geliebte, aus reichem Haus stammende Gattin Eve erweist sich als Männer verschlingende Intrigantin, die für ihre Habgier mit dem Leben bezahlt. Robert Race, des Mordes an seiner Frau verdächtigt, scheint sich in einer ausweglosen Situation zu befinden.

Bibliografie:

Als Malcolm Douglas: ‚Murder Comes Calling‘ (auch unter dem Titel ‚Exit in Green‘) – ‚Ruh‘ in Frieden, lieber Schatz‘ (1953), ‚Prey by Night‘ (1955), ‚Rain of Terror‘ – ‚Alptraum auf Italienisch‘ (1956), ‚The Deadly Dames‘ (1956), ‚Pure Sweet Hell‘ – ‚Zum Sterben hat jeder mal Zeit‚ (1957), ‚Shout for a Killer‘ (1963).

Als Martin Brett:

Mike Garfin-Serie: ‚Hot Freeze‘ – ‚Heisser Schnee‘ (1954; die deutschsprachige Version ist mit Malcolm Douglas gezeichnet), ‚Blondes Are my Trouble‘ (auch unter dem Titel ‚The Darker Traffic‘, 1954), ‚The Deadly Dames‘ (1956), ‚A Dum-Dum for the President‘ (1961);

Standalone: ‚The Dead Connection‘ (1961).

Als Douglas Sanderson: ‚Dark Passion Subdue‘ (1952), ‚The Final Run‘ (auch unter dem Titel ‚Flee from Terror‘, 1956), ‚The Shreds‘ (1958), ‚Night of the Horns‘ (1958), ‚Cry Wolfram‘ (auch unter dem Titel ‚Mark it from Murder‘ (1959), ‚Catch a Fallen Starlet‘ (auch unter dem Titel ‚The Stubborn Unlaid‘, 1960), ‚Lam to Slaughter‘ (1964), ‚Score for Two Dead‘ (1964), ‚Black Reprieve‘ (1965), ‚No Charge for Framing‘ (1969), ‚A Dead Bullfighter‘ (1975).