(Pseudonym für Hugh C. Rae, 1935-2014; schrieb auch als James Albany, R.B. Houston, Stuart Stern und Jessica Stirling)

Hugh Crawford Rae wurde als Sohn einer Arbeiterfamilie in Glasgow geboren und ging dort bis sechzehn zur Schule. Unterbrochen durch den Militärdienst bei der Royal Air Force, arbeitete er zwölf Jahre im Antiquariat einer Glasgower Buchhandlung und schrieb nebenbei Gedichte und Stories, die zum Teil in amerikanischen Magazinen abgedruckt wurden. Der Erfolg seines ersten – auf einem realen Kriminalfall beruhenden – Spannungsromans ‚Skinner‘ erlaubte es ihm, sich fortan ganz auf die Schriftstellerei zu konzentrieren. Sein Werk enthält Gedichte, Kurzgeschichten, ein Bühnenstück, ein Radiohörspiel, zwei Television Plays, sieben mit James Albany gezeichnete Kriegsromane, zahlreiche (unter dem weiblichen Pseudonym Jessica Stirling publizierte) historische Romanzen und zwanzig Krimis, die mehrheitlich unter bürgerlichem Namen und dem Pseudonym Robert Crawford (auf Deutsch ausschliesslich unter dem Crawford-Pseudonym) erschienen sind. Darüber hinaus gab er Erwachsenen-Kurse in Kreativem Schreiben an der Glasgow University.

Crawfords Krimiwerk ist hierzulande weitgehend unbekannt geblieben, nur sieben Romane sind ins Deutsche übertragen worden: der Standalone ‚Komm mit und stirb‘, zwei Titel aus der vierzehnbändigen Reihe um die schottischen Polizisten Chief Superintendent McCaig und Detective Inspector Ryan sowie vier Titel aus der nagelharten Serie um das ausgekochte Gespann Arthur Salisbury und Frank Shearer („Firma Salisbury & Shearer“, eine eigentümliche Mélange aus Privatdetektei und Gangsterorganisation), das im London der 60er-Jahre seine zwielichtigen Geschäfte abwickelt. Scharf geschliffene Plots, unangestrengte Erzählweise und ein feines Gespür für seine Figuren waren Crawfords Markenzeichen.

Robert Crawford, seit 1960 mit Elizabeth verheirateter Vater einer Tochter, Gillian, präsidierte von 1974 bis 1978 die Schottische Schriftstellervereinigung. Seinen letzten Krimi veröffentlichte er 1982, danach schrieb er nur noch unter dem erst 1999 gelüfteten Pseudonym Jessica Stirling – und lieferte bis kurz vor seinem Tod jedes Jahr einen schönen Roman für seine weibliche Leserschaft ab. Neun Jahre nach seiner Frau starb er 78-jährig in seiner Geburtsstadt.

Bibliografie:

Als Robert Crawford:

Arthur Salisbury & Frank Shearer-Serie: ‚The Shroud Society‘ – ‚Totenhemd GmbH‘ (1969), ‚Cockleburr‘ (auch unter dem Titel ‚Pay as you Die‘) – ‚Mord nach tausend Tagen‘ (1969), ‚Kiss the Boss Goodbye‘ – ‚Tot bist Du am schönsten‘ (1970), ‚The Badgers’s Daughter‘ – ‚Die Pistolen-Lady‘ (1971), ‚Whip Hand‘ (1972).

Als Hugh C. Rae:

Chief Superintendent McCaig & Detective Inspector Ryan-Serie: ‚A Few Small Bones‘ (auch unter dem Titel ‚The House at Balnesmoor‘) – ‚Mord im Moor‘ (1968), ‚The Shooting Gallery‘ – ‚Im Schussfeld‘ (1972);

Einzelwerke: ‚Skinner‘ (1965), ‚Night Pillow‘ (1967), ‚The Interview‘ (1969), ‚The Saturday Epic‘ (1970), ‚The Marksman‘ – ‚Komm mit und stirb‘ (1971), ‚The Rock Harvest‘ (1973), ‚The Rookery‘ (1974), ‚Sullivan‘ (1978), ‚The Haunting at Weaverley Falls‘ (1980), ‚Privileged Strangers‘ (1982).

Als R.B. Huston: ‚Two for the Grave‘ (1972).

Als Stuart Stern (gemeinsam mit S. Ungar): ‚The Minotaur Factor‘ (1977), ‚The Poison Tree‘ (1978) .