(*1945, schreibt auch als Warren Bogle)

Andrew Bergman wurde als Sohn eines ‚New York Daily News‘-Journalisten in Queens, New York City, geboren. Nach Abschluss des Studiums am New Yorker Harpur College und an der University of Wisconsin-Madison, wo er 1970 einen Doktortitel in Amerikanischer Geschichte erwarb, veröffentlichte er 1971 seine Dissertation über den amerikanischen Film der 30er-Jahre (‚We’re in the Money‘) und 1973 eine Biografie des Schauspielers James Cagney (‚James Cagney: The Pictorial Treasury of Film Stars‘). Es folgten zwei in den 40er-Jahren spielende, mit historischen Ereignissen verzahnte Kriminalromane um den jüdischen Privatdetektiv Jack LeVine aus New York City mit Gastauftritten von Promis wie Humphrey Bogart und Richard Nixon.

Jack LeVine (bürgerlicher Name: Jacob Levine), Jahrgang 1906, ist ein geschiedener, kahlköpfiger, dem Bier zusprechender Gemütsmensch mit Übergewicht und einer grossen Nase, ein einfacher Mann, der, wie er selber sagt, „seinen dreckigen Job erledigt und danach verschwindet“ – eine eigenständige, sympathische Figur mit scharfem Verstand und viel Sinn für Humor. Sein schäbiges Büro befindet sich an der Ecke Broadwaw/51. Strasse. Im ersten Roman hat LeVine eine liebe Freundin, Kitty Semour, eine ehemalige Gerichtsreporterin, die jetzt Öffentlichkeitsarbeit bei der Feuerwehr macht. Er lebt in einer bescheidenen 4-Zimmer-Wohnung in Queens.

Der erste Titel ‚LeVine‘, angesiedelt im Sommer 1944, beginnt wie ein klassischer Detektivkrimi Chandler’scher Prägung – ein abgebrannter, hart gesottener Privatermittler wird von einer schönen Frau beauftragt, den Mann, der sie erpresst, aus dem Verkehr zu ziehen, kurz danach wird dieser ermordet aufgefunden, und auch sein Kumpel muss dran glauben. Doch dann gewinnt der Roman an Tiefe: LeVine wird in ein politisches Komplott verwickelt – es geht um die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen, in denen der Republikaner Thomas E. Dewey gegen Franklin D. Roosevelt antritt, finanziell unterstützt durch den Bankier Eli Savage, dessen Tochter Anne vor Jahren in ein paar Pornofilmen mitspielte und jetzt dafür die Quittung in Form einer Erpressung erhalten hat -, man besticht ihn mit grossen Summen, schiesst auf ihn, doch LeVine bleibt standhaft und legt alle rein.

‚LeVine & Humphrey Bogart‘ spielt 1947. Der bekannte Drehbuchautor Walter Adrian, Mitglied der kommunistischen Partei, beauftragt seinen früheren Schulkameraden Jack LeVine zu ergründen, warum es mit seiner Hollywood-Karriere auf einmal nur noch bergabgeht. LeVine reist nach Los Angeles und findet seinen Klienten an einem Galgen baumelnd vor – ein Todesfall, der von der örtlichen Polizei als Suizid daklariert wird. Weit weg von seiner gewohnten Umgebung beginnt LeVine zu ermitteln. Er verliebt sich in Adrians schöne Witwe Helen, entkommt um Haaresbreite einem Anschlag auf sein Leben, ein Schauspieler wird ermordet, während Richard Nixon seine ersten Fäden spinnt. Beim spektakulären Showdown wird LeVine durch Humphrey Bogart tatkräftig unterstützt.

Nach zwei Büchern wurde Jack LeVine zugunsten von Bergmans Karriere als Drehbuchautor (u.a. ‚Blazing Saddles‘, ‚Fletch‘ und ‚The In-Laws‘), Regisseur (u.a. ‚The Freshman‘, ‚Striptease‘ und ‚Isn’t She Great‘) und Filmproduzent aufs Eis gelegt, bis er 2001 in dem im Jahre 1950 spielenden Krimi ‚Tender Is LeVine‘ zurückkehrte.

Neben seinen Krimis und Drehbüchern schrieb Bergman die Bühnenwerke ‚Social Security‘ und ‚Working Title‘ und den ungemein witzigen autobiografisch geprägten Roman ‚Sleepless Nights‘ (auf Deutsch: ‚Kinder der Unschuld‘), der sich mit dem Aufwachsen im jüdischen Milieu des New Yorks der 50er-Jahre befasst.

Andrew Bergman, Träger des inoffiziellen Titels „The Unknown King of Comedy“, Vater von zwei erwachsenen Söhnen, Jacob und Teddy, lebt mit seiner Frau Louise, mit der er seit 1973 verheiratet ist, in New York City.

Bibliografie:

Jack LeVine-Serie: ‚The Big Kiss Off of 1944‘ – ‚LeVine‘ (1974), ‚Hollywood and LeVine‘ – ‚LeVine & Humphrey Bogart‘ (1975), ‚Tender is LeVine‘ (2001).