(1929-2014; schrieb auch als Victor Appleton II, Chad Calhoun, Clay Dawson, Franklin W. Dixon, Rebecca Drury, Wesley Ellis und J.D. Hardin)

Neal Barrett Jr., geboren in San Antonio, Texas, als Sohn eines Radiomoderators, aufgewachsen in Oklahoma City, dem Arbeitsort seines Vaters, verbrachte die Sommermonate jeweils auf der Farm seiner Grossmutter in Fort Worth, North-Texas. Bereits als 13-Jähriger belieferte er die Wochenzeitschrift ‚The Saturday Evening Post‘ mit Gedichten, doch diese sah von einer Veröffentlichung ab. Von 1948 bis 1953 studierte er Professionelles Schreiben und Geschichte an der University of Oklahoma. Es folgte ein längerer Europa-Aufenthalt mit Stationen in Deutschland, England, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz.

Zurück in den USA, in Fort Worth, verrichtete der nunmehr verheiratete Vater zweier Töchter halbherzig verschiedene Brotjobs in der Verwaltung, der Werbung und dem Verlagswesen. In seiner Freizeit schrieb er Kurzgeschichten, die ab 1960 in Zeitschriften für Sciencefiction wie ‚Galaxy‘ und ‚Amazing‘ abgedruckt wurden. Nach der Scheidung verbrachte er zwei Jahre in San Miguel de Allende, Mexiko. 1975 heiratete er seine zweite Frau Ruth, die eine Tochter und zwei Söhne in die Ehe brachte. 1992 liess er sich mit ihr in Austin, Texas, nieder. Dort starb er im Alter von 84 Jahren.

Mitte der 70er-Jahre entschloss sich Barrett für ein Leben als freier Autor und machte fortan vor allem als Erfinder von fantastischer Literatur (Aldair-Tetralogie, 1976-82, ‚Through Darkest America‘, 1987, ‚Dawn’s Uncertain Light‘, 1989, ‚The Hereafter Gang‘, 1991) von sich reden. Sein breit gefächertes belletristisches Werk enthält etwa fünfzig Romane, neben Fantasy und Sciencefiction für Jugendliche und Erwachsene auch historische und humoristische Romane, Western und Krimis, sowie ungezählte Short Stories.

Barretts Beitrag zum Krimigenre besteht aus der so genannten Blues-Tetralogie, einer eigentümlichen Mischung aus Kriminalgroteske, Slapstick und Fantasy. ‚Pink Vodka Blues‘, der erste und wildeste Teil der Reihe, dreht sich um einen gewissen Russell Murray – Literaturkritiker und Quartalstrinker -, der für seinen Chef in Dallas eine Tasche abholen soll. Nach einer durchzechten Nacht wacht er neben einer nackten Frau in einem Hotelzimmer auf – Filmriss, die Frau ist tot, es fallen Schüsse, und Murray ergreift die Flucht. In einer Alkoholentwöhnungsklinik trifft er dann auf die schöne, reiche Säuferin Sherry Lou. Die beiden kommen sich näher, begeben sich auf die Suche nach der verschwundenen Tasche. Auf ihren Fersen: Cops und Gangster, FBI-Agenten und Mafia-Killer.

Wiley Moss ist die Hauptperson im dritten und vierten Band der Blues-Serie. Der 34-jährige Insektenkundler zeichnet Käfer für die „Smithonians“ in Washington, D.C., wird jedoch zu Beginn des Krimis ‚Skinny Annie Blues‘ jäh aus seinem beschaulichen Alltag gerissen, als sein schlitzohriger Vater, den er seit achtzehn Jahren nicht mehr gesehen hat, im texanischen Galveston gewaltsam ums Leben kommt – Wileys detektivische Fähigkeiten sind gefragt.

Bibliografie:

Blues-Serie: ‚Pink Vodka Blues‘ – ‚Pink Vodka Blues‘ (auch unter dem Titel ‚Eine Flasche zeigt nicht immer nach Norden‘, 1992), ‚Dead Dog Blues‘ – ‚Dead Dog Blues‘ (1994), ‚Skinny Annie Blues‘ – ‚Skinny Annie Blues‘ (1996), ‚Bad Eye Blues‘ – ‚Bad Eye Blues‘ (1997).