(*1940)

Chris Rippen wurde in der nordholländischen Stadt Haarlem geboren, als sie von den Deutschen besetzt war, und wuchs auch dort auf. Er studierte Niederländische Philologie an der Universität Amsterdam und erwarb einen Doktortitel in mittelalterlicher Literatur, um daraufhin lange Jahre an verschiedenen Universitäten zu unterrichten. Mit knapp fünfzig Jahren veröffentlichte er seinen ersten Krimi ‚Tödliche Spuren‘. Heute zählt der dreifache Vater in seiner Heimat zu den populärsten Krimiautoren.

Neben zwei Kurzgeschichtenbänden und zahlreichen Kurzkrimis gab Chris Rippen, der 1994-99 der niederländischen Kriminalschriftsteller-Vereinigung vorstand, bislang sieben Kriminalromane heraus, von denen die ersten drei auch auf Deutsch erschienen sind.

‚Tödliche Spuren‘, angesiedelt in der Gegenwart der 80er-Jahre, blickt zurück auf die deutsche Okkupation der Niederlande 1940-45. Die Studentin Anja Warnaar recherchiert für ihre Arbeit über „Poesie und Prosa in nationalsozialistischen Jugendblättern der niederländischen Vorkriegszeit“ und befasst sich dabei auch mit dem Lebenslauf ihres 1943 gewaltsam ums Leben gekommenen Grossvaters, der Gerüchten zufolge im Krieg auf der falschen Seite stand. Sie spricht mit Zeitzeugen, unter ihnen die damals mit ihrem Grossvater befreundete Lehrerin Til Vredevoort, die kurz danach einem als Unfall getarnten Mord zum Opfer fällt. Zwei Tage später wird Anja mit schweren Kopfverletzungen am Strand von Zandvoort aufgefunden. Der Ich-Erzähler Tim van Laarschot, ein verheirateter Amsterdamer Dozent Anfang vierzig, wird zufällig in den Fall verwickelt. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, entwickelt ungeahnte kriminalistische Fähigkeiten – und enthüllt die dunkle Vergangenheit eines mächtigen, allseits geachteten Mannes, der keine Skrupel kennt.

‚Stimme aus dem Off‘ wird aus dem Blickwinkel von Len Overgouw erzählt, dem Teilhaber einer kleinen PR-Agentur in Amsterdam und Herausgeber der Kulturzeitschrift ‚Goldstaub‘. Seine Detektivlaufbahn beginnt bei einem Nachtessen mit seinem früheren Militärkollegen Barry Kaufmann, einem erfolgreichen Fernsehproduzenten, den er vor zwanzig Jahren aus den Augen verloren hat. Es ist bereits viel Alkohol geflossen, als Kaufmann von anonymen Drohbriefen berichtet, die er in den letzten Monaten bekommen hat. Kurz danach wird er ermordet aufgefunden. Len unterhält sich mit der Ehefrau und den engsten Mitarbeitern des facettenreichen Opfers, bis sich ihm ein erschütterndes Beziehungsdrama offenbart.

‚Plattgemacht‘ ist eine komplexe, mit farbigen Schilderungen von Figuren und Landstrichen geschmückte Geschichte einer Giftmüllaffäre, die sich vor elf Jahren in dem gemütlichen Provinzstädtchen Barwoude zugetragen hat und jetzt noch einmal aufgerollt wird. Der knapp 40-jährige Familienvater Bruno, Sohn des früheren – dem Anschein nach damals in den Skandal verwickelten – Stadtrats Anton Halbertsma, geht der Sache auf den Grund. Doch was mit harmlosen Aufklebern an den Hauswänden beginnt („Barwoude ist eine Stadt mit grünem Profil. Giftgrün“ usw.) und einer Ladung Klärschlamm, die man Halbertsma mitten in der Nacht in den Garten kippt, weitergeht, erweist sich als tödliches Spiel um Machtmissbrauch, Habgier und Korruption.

Bibliografie:

‚Sporen‘ – ‚Tödliche Spuren‘ (1988), ‚Playback‘- ‚Stimme aus dem Off‘ (1991), ‚Met de grond gelijk – ‚Plattgemacht‘ (1993), ‚Baltische Connecties‘ (1999), ‚Een enkel woord‘ (2002), ‚Eeuwige Stranden‘ (2005), ‚Hier gebeurt niets‘ (2011).