(*1955)

Geboren in Great Falls, Montana, als Sohn einer Krankenschwester und eines Geschäftsmanns, wuchs Robert Eversz in Reno, Nevada, und den kalifornischen Städten San José und Newhall auf, verbrachte aber auch viel Zeit auf der grosselterlichen Ranch in der Nähe des Yellowstone National Park. Er studierte bis 1978 an der University of California in Santa Cruz und absolvierte danach vier Jahre das MFA-Programm in Film, Television und Digitalen Medien an der University of California in Los Angeles (UCLA). Die folgenden zehn Jahre verbrachte er als Filmemacher und Drehbuchautor in Hollywood.

Seit 1992 verbringt Eversz den Hauptteil seines Lebens in der tschechischen Hauptstadt Prag, doch auch der spanische Küstenort Sant Pol de Mar, die mexikanische Stadt Morelia und die italienische Badestation Silvi Marina gehör(t)en zeitweilig zu seinen Wohnsitzen, und in den letzten Jahren weilte er mit seiner vierköpfigen Familie oft in den USA. Er war einer der Gründer des Prague Summer Writer’s Workshop an der Karls-Universität (heute: Prague Summer Program) und führt dort jedes Jahr einen Workshop für angehende Autoren englischer Zunge durch. Darüber hinaus hält er seit 2008 regelmässig Kurse im Rahmen der Writing Programs der UCLA ab.

Mitte der 90er-Jahre liess Eversz mit Mary Alice Baker eine faszinierende Figur auf den Leser los: Die junge, naive Frau aus der südkalifornischen Provinz, Tochter eines gewalttätigen Vaters, wird zur Zufallsterroristin, taucht in Los Angeles unter, nennt sich fortan Nina Zero – und entdeckt ihre dunkle Seite. Kompromisslos wehrt sie sich gegen FBI-Agenten, Gangster und anderes Gelichter, bis sie am Ende des ersten Romans ‚Shooting Elvis‘ als „asoziale Killerin“ ins Gefängnis gesteckt wird.

‚Killing Paparazzo‘ beginnt am Tag, an dem Nina Zero nach fünf Jahren Haft auf freien Fuss kommt. Sie geht nach Las Vegas, um mit dem englischen Paparazzo Gabriel Burns eine Greencard-Ehe zu schliessen. Kurz danach wird Burns in Los Angeles ermordet aufgefunden, und Nina gehört zu den Hauptverdächtigen. Sie beginnt selbst zu ermitteln – und sich intensiv mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Rasante Handelsführung, wilde Actionszenen und eine glaubhaft dargestellte, sehr eigenständige, im Verlauf der Reihe allmählich zu sich selbst findende Protagonistin – eine harte, kaltschnäuzige, selbstbewusste Frau mit einer verletzlichen, melancholischen Seite und einem schrillen Outfit, die ab dem dritten Band als Paparazza unterwegs ist – machen Robert Eversz‘ fünf schwarzhumorige Nina Zero-Romane zu einer lohnenden Lektüre.

Bibliografie:

Nina Zero-Serie: ‚Shooting Elvis‘ – ‚Shooting Elvis‘ (1996), ‚Killing Paparazzi‘ – ‚Killing Paparazzi‘ (auch unter dem Titel ‚Schnappschüsse‘, 2001), ‚Burning Garbo‘ (2003), ‚Digging James Dean‘ (2005), ‚Zero to the Bone‘ (2006);

Einzelwerk: Gypsy Hearts‘ (1997).