(1927-2010)

David Markson kam als Sohn eines Journalisten und einer Lehrerin in Albany, New York State, zur Welt. Nach dem zweijährigen Militärdienst und dem Englischstudium, das er am Union College in Schenectady, New York State, absolvierte und an der Columbia University mit einem Master-Titel abschloss, war er als Journalist und im Verlagswesen tätig. Später unterrichtete er Englisch an der Long Island University und der Columbia University.

1952 veröffentlichte Markson ein Sachbuch über Malcolm Lowry, mit dem er befreundet war. Es folgten drei Krimis, ein satirischer Westernroman, sechs weitere, zum Teil experimentelle Romane (der letzte, ‚The Last Novel‘, im Jahr 2007), ein Gedichtband, zahlreiche Kurzgeschichten, Kritiken und Essays. Der Autor lebte kurze Zeit in Mexiko und Spanien, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens in Greenwich Village, New York City, wo er 82-jährig starb. Er hinterliess seine Ex-Frau (und spätere Literaturagentin) Elaine, mit der er ab 1956 zwanzig Jahre verheiratet war, und zwei Kinder.

Harry Fannin, ein hartgesottener New Yorker Privatdetektiv und Kriegsveteran, dessen Körper durch unzählige von Schuss- und Messerverletzungen herrührende Narben verunstaltet ist, steht in zwei – mit zahlreichen literarischen und musikalischen Anspielungen und frechen Sprüchen gespickten – Romanen im Mittelpunkt, sein Viertel ist Greenwich Village. In ‚Nachruf auf einen toten Tramp‘ wird Fannins Gemüt gleich zu Beginn arg durchgeschüttelt. In einer Sommernacht klingelt es bei ihm, eine Frau schleppt sich mit letzter Kraft zu seiner Wohnung hoch – und stirbt in seinen Armen an den Folgen eines Messerstichs. Es ist seine nymphomanisch veranlagte Ex-Frau Cathy, die er noch immer liebt. Fannin macht sich auf die Suche nach dem Täter, erfährt, dass ein Schriftsteller, ein Musiker und ein schwuler Fotograf zu Cathys Freunden zählten und dass sie kürzlich in einen bewaffneten Raubüberfall verwickelt war, doch diese Spuren führen ins Leere. Die (nicht völlig überraschende und durchaus plausible) Lösung ist für Harry Fannin – zweifellos einer der eigenständigsten Philip Marlowe-Nachfolger – ein schwer zu verdauender Tiefschlag.

Bibliografie:
Harry Fannin-Romane: ‚Epitaph for a Tramp‘ – ‚Nachruf auf einen toten Tramp‘ (auch unter dem Titel ‚Tod um 3 Uhr früh‘, 1959), ‚Epitaph for a Deadbeat‘ – ‚Nachruf auf einen toten Beatnick‘ (1961);
‚Miss Doll, Go Home‘ (1965).

++ Erstellt: September 2010 ++