(*1957; schreibt auch als Sam Alexander)

Paul Johnston wurde als Sohn des Thrillerautors Ronald Johnston in Edinburgh geboren und wuchs auch dort auf. Nach Abschluss der Schule war er sechs Monate als Reiseführer in Griechenland unterwegs. Er studierte Alt- und Neugriechisch an der Oxford University, um dann für verschiedene Schifffahrtsgesellschaften in London, Belgien und Griechenland zu arbeiten. 1989 liess er sich mit Frau und Tochter auf der kleinen griechischen Insel Antiparos nieder und arbeitete dort als Englischlehrer. Nebenbei begann er zu schreiben, konnte jedoch vorerst keinen Verleger für seine Prosa begeistern, weshalb er 1995 nach Edinburgh zurückkehrte und dort seinen Abschluss in Englisch nachholte. Wenig später machte er das Schreiben zum Hauptberuf. Er pendelt zwischen Griechenland und England.

Johnston gab sein belletristisches Debüt 1997 mit dem beklemmenden, im Edinburgh des Jahres 2020 angesiedelten Sciencefiction-Thriller ‚Die kalte Stadt‘, dem ersten Band der Quint Dalrymple-Serie. Nach dem Zerfall Grossbritanniens ist Edinburgh ein totalitär regierter Stadtstaat, eine „perfekte Gesellschaft“: Elektrizität, Trinkwasser und Nahrungsmittel sind rationiert, Privatautos, Fernsehen, Telefon und Zigaretten gibt es nicht, dafür existiert ein verlässliches Gesundheits- und Sozialsystem; Sex-Treffen mit jeweils wechselnden Partnern sind streng reglementiert, es wimmelt von Polizisten, genannt Ordnungshelfer, die für Sicherheit auf den Strassen sorgen. Doch dann geschieht in dieser leblosen, düsteren Gesellschaft der erste Mordfall seit fünf Jahren (mit einer Ordnungshelferin als Opfer), der Anfang einer Serie. Erinnerungen an den letzten Mörder Edinburghs werden wach: den so genannten Hals-Nasen-Ohren-Mann, der nach ähnlichem Muster tötete – eines der Opfer war Quints Geliebte Caro. Quint Dalrymple, einst ein hochrangiger Polizist und angesehener Autor eines Handbuchs über die Praxis der öffentlichen Ordnung, dann als Dissident ins Abseits geraten und deshalb als Privatermittler tätig, wird reaktiviert – und weiss mit Sicherheit, dass der HNO-Mann als Täter nicht in Frage kommt, hat er ihm doch damals eigenhändig das Licht ausgeblasen, eine Tat, die er bis heute geheim gehalten hat. Gegen kräftigen Widerstand seiner Gegner und Konkurrenten wühlt Quint sich in den Dreck des durch und durch korrupten Stadtstaats und bringt ungeheure Verbrechen ans Tageslicht.

Nach vier weiteren Dalrymple-Romanen erweckte Johnston im Jahr 2002 mit dem in Griechenland wirkenden Privatdetektiv Alex Mavros – Sohn einer Schottin und eines Griechen – einen neuen Serienhelden zum Leben. 2007 startete er die Reihe um den Londoner Krimiautor und Gelegenheitsdetektiv Matt Wells. Und 2015 kam auch Quint Dalrymple nach 14-jähriger Absenz wieder zum Zug. Auf Deutsch sind jedoch einzig die drei ersten Bände der Quint Dalrymple-Serie erschienen.

Bibliografie:

Quint Dalrymple-Serie: ‚Body Politic‘ – ‚Die kalte Stadt‘ (1997), ‚The Bone Yard‘ – ‚Der Totenacker‘ (1998), ‚Water of Death‘ – ‚Wasser des Todes‘ (1999), ‚The Blood Tree‘ (2000), ‚The House of Death‘ (2001), ‚Head of Hearts‘ (2015), ‚Skeleton Blues‘ (2015);

Alex Mavros-Serie: ‚A Deeper Shade of Blue‘ (auch unter dem Titel ‚Crying Blue Murder‘, 2002), ‚The Last Red Death‘ (2003), ‚The Golden Silence‘ (2004), ‚The Silver Stain‘ (2011), ‚The Green Lady‘ (2012), ‚The Black Life‘ (2013), ‚The White Sea‘ (2014);

Matt Wells-Serie: ‚The Death List‘ (2007), ‚The Soul Collector‘ (2008), ‚Maps of Hell‘ (2010), ‚The Nameless Dead‘ (2011).

Als Sam Alexander: ‚Carnal Acts‘ (2014).