(1915-1996)

Richard Condon kam in New York City auf die Welt. Nach seinem Dienst bei der amerikanischen Handelsmarine und einem Abstecher in die Werbebranche verfolgte er eine schriftstellerische Laufbahn. Er war Drehbuch- und Bühnenautor und Theaterregisseur, bevor er sich Ende der 50er-Jahre dem Verfassen von Romanen zuwandte. Als begeisterter Globetrotter lebte er mit seiner aus der Ehefrau Evelyn Hunt und zwei Töchtern bestehenden Familie lange Zeit abwechselnd in Paris, Madrid, New York, Genua und Mexiko City. Seine letzten Jahre verbrachte Condon in der texanischen Stadt Dallas, wo er 81-jährig starb.

Condons bekanntestes Buch ‚Botschafter der Angst‘ kam 1959 heraus und wurde zweimal verfilmt. Es dreht sich um den jungen Journalisten Sergeant Raymond Shaw, der, eben erst aus dem Koreakrieg zurückgekehrt, in ganz Amerika als Held gefeiert wird. Was niemand weiss: Shaw ist in einem Gefangenenlager in der fernen Mandschurai von kommunistischen Wissenschaftlern mittels Gehirnwäsche zum Killer umgepolt worden. Die ausländischen Verschwörer spielen indes schon bald keine wesentliche Rolle mehr, denn Shaw wird jetzt zum Spielball seiner machthungrigen, intriganten, in zweiter Ehe mit dem grobschlächtigen Senator John Iselin verheirateten Mutter. Ihr Gegenspieler ist Shaws früherer Vorgesetzter und bester Freund Major Ben Marco, der herauszufinden versucht, was damals in der Mandschurai geschah. Condon zeichnet in seinem anspruchsvollen, mit satirischen und surrealen Elementen angereicherten Roman ein farbiges Bild der amerikanischen Politszene in der Hochblüte des Kalten Krieges.

Von 1982 bis 1994 veröffentlichte Condon vier Romane über die umtriebige, von Don Corrado angeführte Mafiafamilie Prizzi aus New York City. Im ersten Band der Prizzi-Saga (‚Die Ehre der Prizzis‘) verliebt sich Charley Partanna, ein einfältiger, für die Prizzis tätiger Killer ausgerechnet in Irene Walker, die Frau eines seiner Opfer, die denselben Beruf wie Charley ausübt. Das reizende Paar plant bereits die Hochzeit, als es den Auftrag erhält, sich gegenseitig umzulegen. Die Verfilmung durch John Huston mit Jack Nicholson und Kathleen Turner in den Hauptrollen kam 1985 in die Kinos.

Bibliografie:

Einzelwerke: ‚The Oldest Confession‘ – ‚Rendezvous in Madrid‘ (1958), ‚The Mandchurian Candidate‘ – ‚Botschafter der Angst‘ (1959), ‚Some Angry Angel‘ (1960), ‚A Talent for Loving‘ (auch unter dem Titel ‚The Great Cowboy Race‘ (1961), ‚An Infinity or Mirrors‘ – ‚Jahre der Nacht‘ (1964), ‚An God Will Do‘ (1966), ‚The Ecstasy Business‘ (1967), ‚Mile High‘ – ‚Nur Geld zählt‘ (1969), ‚The Vertical Smile‘ (1971), ‚Arigato‘ – ‚Arigato-Coup‘ (1972), ‚Winter Kills‘ – ‚Der Patriarch‘ (1974), ‚The Star-spangled Crunch‘ (1974), ‚Money is Love‘ (1975), ‚The Whisper of the Axe‘ – ‚Das Messer‘ (1976), ‚The Abandoned Woman‘ (1977), ‚Bandicoot‘ – ‚Der Dandy-Gauner‘ (1978), ‚Death of a Politician‘ (1978), ‚The Entwining‘ (1980), ‚A Trembling Upon Rome‘ (1983), ‚Emperor of America‘ (1990), ‚The Final Addiction‘ (1991), ‚The Venerable Bead‘ (1992);

Prizzi-Serie: ‚Prizzi’s Honor‘ – ‚Die Ehre der Prizzis‘ (1982), ‚Prizzi’s Family‘ – ‚Die Familie der Prizzis‘ (1986), ‚Prizzi’s Glory‘ – ‚Der Ruhm der Prizzis‘ (1988), ‚Prizzi’s Money‘ (1994).