(*1947)

James W. Halls Wurzeln liegen in der Kleinstadt Hopkinsville, Kentucky, und dort wuchs er auch auf. Er studierte Kunst am Eckard College in St. Petersburg, Florida, und Englisch an der John Hopkins University in Baltimore und der University of Utah in Salt Lake City. Danach liess er sich in Florida nieder, um Lyrik und Kreatives Schreiben an der Florida International University zu unterrichten. Er hatte bereits zahlreiche Gedichte und etliche Kurzgeschichten herausgegeben, als ihm 1987 mit seinem ersten Kriminalroman ‚Im Schutz des hellichten Tages‘ der Durchbruch gelang. Hall lebt mit seiner Frau Evelyn in Key Largo, Süd-Florida, und in der Appalachen-Kleinstadt Boone, North Carolina.

Hauptfigur einer Serie von bisher vierzehn harten Florida-Romanen ist der Aussteiger Thorn („Dorn“), dessen richtigen Namen wir nicht erfahren, ein zäher Einzelgänger mit schwierigem Charakter und düsterer Vergangenheit. Er ist mit seiner Heimat tief verwurzelt und deshalb nicht wählerisch in den Mitteln, gegen ihre Zerstörung anzukämpfen.

In Halls Meisterwerk ‚Abgetaucht‘ verspricht sich der psychopathische Ex-CIA-Agent Harden Winchester mit der Züchtung einer besonders schnell wachsenden und gefrässigen Barsch-Art, die die Meere in ökologische Wüsten verwandeln könnte, ein höchst lukratives Geschäft. Als ihm die mutige Privatdetektivin Darcy Richards auf die Schliche kommt, muss sie sterben. Ihr Lebensgefährte Thorn schwört Rache.

Auch ausserhalb der Thorn-Serie ist Hall mit ‚Finale in Key West‘ ein grosser Wurf gelungen. Shaw Chandler kehrt nach Key West zurück, um die Hintergründe des gewaltsamen Todes seines Vaters zu ermitteln und seiner alkoholkranken Mutter ein wenig behilflich zu sein. Er trifft dort auf seine Jugendliebe, die an Multipler Sklerose erkrankte Fernsehschauspielerin Trula Montoya. Die Schicksale der beiden verknüpfen sich, als sie weit zurückreichende Machenschaften des ehemaligen Marineoffiziers und skrupellosen Geschäftsmanns Douglas Barnes ans Licht bringen, der mit illegaler Entsorgung von Giftmüll ein Heidengeld gescheffelt hat.

Bibliografie:

Thorn-Serie: ‚Under Cover of Daylight‘ – ‚Im Schutz des hellichten Tages‘ (1987), ‚Tropical Freeze‘ – ‚Tropische Kälte‘ (1989), ‚Mean Hight Tide‘ – ‚Abgetaucht‘ (1994), ‚Gone Wild‘ – ‚Operation Arche Noah‘ (1995), ‚Buzz Cut‘ (1996), ‚Red Sky at Night‘ (1997), ‚Blackwater Sound‘ (2002), ‚Off the Chart‘ (2003), ‚Magic City‘ (2007), ‚Hell’s Bay‘ (2008), ‚Silencer‘ (2010), ‚Dead Last‘ (2011), ‚Going Dark‘ (2013), ‚The Big Finish‘ (2014);

Einzelwerke: ‚Bones of Coral‘ – ‚Finale in Key West‘ (1991), ‚Hard Around‘ – ‚Das Gold der Carmelita‘ (1993), ‚Body Language‘ (1998), ‚The Put at the End of the World‘ (Kettenroman, 2000), ‚Rough Draft‘ (2000), ‚Forests of the Night‘ (2005).